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KV-Finanzsektor 2025: Dauerhafte Erhöhung für alle Beschäftigten

Gehälter steigen um 3 % plus 0,15 % Erhöhung des Pensionskassenbeitrages

Chefverhandler der Gewerkschaft GPA, Wolfgang Pischinger. Gewerkschaft GPA / Edgar Ketzer

Abschluss für die sechs Kollektivverträge im Finanzsektor erzielt

Am 18. März 2025 konnten wir nach zähen Verhandlungen mit den 5 Arbeitgeberverbänden einen gemeinsamen Abschluss für die sechs Kollektivverträge im Finanzsektor erzielen.

  • Erhöhung der KV-Gehälter um 3 % linear
  • Erhöhung der Kinderzulagen um 3 %
  • Erhöhung der Lehrlingseinkommen um 3,15 %
  • Erhöhung der Pensionskassenbeiträge um 0,15 % auf alle Grundbeiträge
  • Überbindung des Ergebnisses auf die BV-Sparkassen
  • Die Valorisierung wird für die Bank Austria angewandten Schemabezüge einschließlich der Ausgleichsstufen aus der BV 69 in vollem Umfang wirksam
  • Laufzeit: 12 Monate - Geltungsbeginn: 1. April 2025

Wir haben damit einen Abschluss erzielt, der über der Jahresinflationsrate 2024 liegt und mit der Erhöhung der Pensionskassenbeiträge eine nachhaltige Verbesserung bedeutet. Darüber hinaus ist es wieder gelungen, eine betragsmäßige Begrenzung (Deckel) abzuwehren!

Die Erhöhung der Pensionskassenbeiträge bringt vor allem für jüngere Beschäftigte wichtige positive Perspektiven bei der Alterssicherung.

Kein Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Runde

Am 11. März 2025 fand die zweite Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die 67.000 Beschäftigten im Finanzsektor statt.

Es gab kein Angebot der Arbeitgeber! Selbst die Abgeltung der Inflationsrate wird von einigen Arbeitgebern in Frage gestellt. Auch die Bankenabgabe wurde immer wieder zum Thema gemacht.

Unsere Leistung verdient Respekt!

Die Finanzbranche verzeichnet 2024 Gewinne in Höhe von 10,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis 2024 ist das zweithöchste in der Geschichte der Branche. Während sich die Finanzinstitute selbst und ihren Aktionären Milliarden an Dividenden auszahlen, sollen wir mit einem mickrigen Angebot abgespeist werden?

Nicht mit uns!

Unsere klare Position: Wir fordern eine Gehaltserhöhung von 4 %, orientiert an der Jahresinflation von 2,9 % sowie der hervorragenden wirtschaftlichen Lage der Branche. Zusätzlich bleiben unsere dienstrechtlichen Forderungen – darunter faire Bedingungen für Frauen bei den Pensionskassen, eine Erhöhung der Beiträge in die Pensionskassen und ein freier letzter Arbeitstag im Jahr – am Verhandlungstisch.

Wir lassen uns nicht mit leeren Versprechungen abspeisen!

Unsere Arbeit ist wertvoll – das muss sich auch in einem fairen Kollektivvertragsabschluss widerspiegeln.

Erste Verhandlungsrunde - Arbeitgeber enttäuschen und legen kein Angebot

Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten im Finanzsektor hat am 26. Februar 2025 stattgefunden. Schon zu Beginn haben sich die Arbeitgebervertreter:innen für ein „Schlechtjammern“ sowohl der vergangenen zwei Abschlüsse als auch der Zukunft entschieden – ein durchsichtiges Manöver, das mit den tatsächlichen Zahlen nicht übereinstimmt. Wir haben die hervorragende wirtschaftliche Lage der Branche betont. Die neuesten Quartalszahlen sprechen eine klare Sprache: Die Finanzbranche fährt Gewinne ein und steht glänzend da!

In einem zu Beginn angespannten Verhandlungsklima haben wir unsere gehaltsrechtlichen und dienstrechtlichen Forderungen klar dargelegt. Unsere Basis ist die Jahresinflation 2024 von 2,9 %. Die Arbeitgeberseite hat uns kein erstes Angebot vorgelegt!

Besonders enttäuschend: Unsere Forderungen nach fairen Bedingungen für Frauen bei den Pensionskassen sowie einem freien letzten Arbeitstag im Jahr wurden abgelehnt. Wie schon in den vergangenen Jahren weigern sich die Arbeitgebervertreter:innen, einheitliche Standards für die gesamte Branche zu setzen. Ein echtes Signal der Wertschätzung? Fehlanzeige!

Um die Verhandlungen über die Gehaltserhöhungen rasch und zielgerichtet fortzusetzen, haben wir unsere Forderung nach 4 % Gehaltserhöhung nochmals deutlich gemacht. Unsere dienstrechtlichen Forderungen bleiben selbstverständlich „am Tisch“ – und wir werden weiter dafür kämpfen!

Jetzt heißt es: Zusammenhalten, Druck machen und zeigen, dass wir uns nicht mit Minimalangeboten zufriedengeben! Die Beschäftigten in der Finanzbranche leisten täglich Großartiges – das muss sich auch in einem fairen Abschluss widerspiegeln.

Gemeinsam sind wir stark – gemeinsam setzen wir uns durch!

Die nächste Verhandlung findet am 11. März 2025 statt.

Betriebsrät:innen-Konferenzen in ganz Österreich

Am 30. Jänner trafen sich über 300 Betriebsrät:innen des Finanzbereichs in ganz Österreich, um sich über die bevorstehende Kollektivvertragsrunde einzustimmen und das Forderungsprogramm zu bekräftigen.

Dauerhafte, lineare Lohnerhöhung

„Der Finanzbereich hat in den vergangenen Jahren sehr gut verdient wirtschaftliche Lage der Branche ist hervorragend. Die Beschäftigten haben großartige Arbeit geleistet. Deshalb fordern wir eine dauerhafte, lineare Reallohnerhöhung um 4 %.“, so der stv. Verhandlungsleiter Adi Lehner (ZBR-Vorsitzender der Bank Austria).

Mehr Zeit für Familie und Freunde - freier Jahresausklang für alle

Der letzte Arbeitstag im Kalenderjahr soll arbeitsfrei sein. Für alle diejenigen, die trotzdem arbeiten müssen, soll es zeitnah einen Ersatztag geben.

Pensionskassenbeiträge fair und gerecht gestalten

Elternkarenz, Elternteilzeit, die Begleitung von schwersterkrankten Kindern, Pflegekarenz, Pflegeteilzeit, die Begleitung von Kindern bei Rehabilitationsaufenthalt, bei Spitalsaufenthalt, der Ausfall der Betreuungsperson sowie Herabsetzung der Arbeitszeit - all das darf nicht zu einer Verschlechterung bei der Betriebspension führen. Für diese Karenzzeiten und besonderen Formen der Teilzeit wird die Bezahlung von Pensionskassenbeiträgen auf der Basis des Vollzeitgehalts gefordert sowie die Erhöhung aller Pensionskassenbeiträge um 0,3 %.

Die erste Runde der KV-Verhandlungen findet am 26. Februar statt.